Und wieder einmal pfeift uns der Wind um die Ohren. Aidan ist letzten Freitag Abend nach Hause gekommen; den Samstag und Sonntag haben wir mit picknicken und plaudern verbracht um einander auf den neuesten Stand zu bringen, und seither ... liegt der Mister wieder mal flach mit ner Grippe. Willkommen im Transkei ... hier regieren wieder andere Käfer.
Ja, das Projekt wird einigen Änderungen unterzogen in den nächsten paar Wochen!! Das lang geplante Dorfmeeting hat am Montag vor einer Woche endlich stattgefunden, und es lieft nicht gerade gut. Jetzt wo die Dorfleute endlich begriffen haben, dass wir NICHT reich sind und dass wir NICHT alles einfach FÜR sie bauen, sondern MIT ihnen, sind sie völlig verwirrt. Diese hohle-Hand-Kultur geht mir wirklich auf den Keks. Und auf mich hören wollten sie sowieso nicht mehr, weil ich Dinge sagte, die sie nicht hören wollen, und so sagten sie, wir warten auf Aidan, Aidan weiss alles, Aidan wird uns sagen was tun. Ich lachte und sagte, schön schön, mir nur recht. Das Problem ist, ich kann ihnen einfach nicht klarmachen, dass sie einen Eigenwert haben und dass sie uns nicht brauchen, dass wir sie nur Anleiten und ihnen zeigen, wie sie ihr Leben verbessern können - mit sehr einfach Mitteln - aber TUN müssen sie es selber! Wie es so schön heisst: gib ihnen nicht den Fisch, sondern bringe ihnen fischen bei. Bloss wollen sie nicht fischen lernen!!!! Und so hat Aidan jetzt ein neues Konzept ausgearbeitet. Ich kann es hier noch nicht erklären weil es noch nicht offiziell existiert, aber es wird so was wie eine Kooperative sein, wo das Gästehaus als Business geführt wird, und wenn die Dorfleute dann sehen dass alles läuft und endlich Intresse zeigen, können sie Anteile kaufen oder am Ende das Business aufkaufen. So irgendwie. Ich werd alles genau erklären sobald wir es genau festgelegt haben. Zuerst muss Aidan noch seine Grippe ausbaden ...
Den Landrover haben wir noch immer nicht fahrbereit; letztes Mal als ich mit Tony in Mthatha war haben wir den Startermotor zur Reparatur gegeben und bei einem Autohandelgeschäft Brems- und Kupplungsdichtungen bestellt. Vorgestern waren wir wieder in der Stadt, aber Mthatha ist halt Mthatha und es läuft nie alles so wie man möchte, und alles dauert zwei oder dreimal so lang wie anderswo ... der langen Rede kurzer Sinn: die hatten nicht alle Bremsdichtungen bestellt, sondern nur für zwei Räder (trotz unserer sehr präzisen und dreimal wiederholten Anweisungen), und der Startermotor war auch noch nicht fertig repariert weil sie noch auf ein Ersatzteil warteten das sie aus Johannesburg bestellen mussten (weil der Startermotor so uralt ist dass sonst niemand mehr Ersatzteile führt). Aha schön vielen Dank wir kommen in einer Woche wieder ... der Landrover steht also immer noch in Mpame vor Tonys Shop rum. Und der Beetle? Der liegt immer noch in Cintsa rum, kurz vor East London ... der Ersatzmotor ist unterdessen in Mthatha eingetroffen (der kam von Durban runter) und Tony wird uns (Aidan und mich und den Motor) nächsten Montag nach Cintsa bringen, wenn er nach East London fährt. So. Und dann sollten unsere beiden Fahrzeuge bald wieder fahrtüchtig sein ...
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