Mittwoch, 8. Juli 2009

Die Camper waren hier - und alles lief wunderbar. Es war ein ziemlicher Stress, alles hübsch vorzubereiten - immerhin ist die Lodge momentan eine Baustelle, und habt ihr schon mal eine hübsche Baustelle gesehen? Eben. Aber wir haben unser bestes getan, und es hat gewirkt. Der Bloemfontein Wander-Club war eine Nacht lang hier, 10 Leute in 10 Zelten, und die ältesten waren zwei Grosis mit weissen Haaren, die waren echt süss. Wir haben ihnen alles gezeigt, das Klo das man echt spülen kann (mit einem Eimer Wasser) und die Dusche mit echt heissem Wasser (falls man es schafft ein Feuer zu machen unter dem Boiler). So standen denn Aidan und ich für die ersten drei Duschen neben dem Boiler um das Feuer zu füttern und Wasser nachzufüllen. Die Grosis verschwanden glatt zusammen unter der Dusche, und ich lachte und sagte zu Aidan, siehst du, ist nicht zu klein: wir sind nicht die einzigen die zu zweit da drunter passen. Später am Abend habe ich dann erfahren dass die beiden alten Damen Schwestern sind, und das fand ich umso witziger, weil es mich an eine Szene irgendwo in Westafrika erinnerte - Jules, wo war das nur schon? - wo jemand furchtbar schockiert war, weil wir zusammen duschen wollten! Hi, hi ...


Babalwa poliert die frisch gebaute Feuerstelle

Dorffrauen bringen Feuerholz für die Camper


Die Gäste richten sich ein ...


Der Bloemfontein Wander-Club

Wie auch immer, Aidan und ich verbrachten den Abend am Lagerfeuer mit den Gästen, und ich habe sie heute morgen noch bis Bulungula begleitet - sie wandern der Küste entlang, und heute sind sie weiter nach The Haven. Alle waren ganz begeistert von unserem Projekt und haben unsere Gastfreundschaft gelobt und wir haben glatt 250 Rand Trinkgeld gekriegt. Nicht schlecht, für die ersten Gäste seit letzten Dezember.

Am Montag hatten wir ein Meeting mit den Dorfleuten, wo wir verschiedene Punkte diskutierten, und einer davon war, wie man sich gegenüber Gästen zu verhalten hat, z.B., kein Betteln, kein Starren etc. Der wichtigere Punkt jedoch war, ob das Dorf das Projekt leiten will, oder ob sie die Verantwortung - und somit die Mehrheit der Geschäftsanteile (uff, sagt man das so auf Deutsch?) - uns abtreten wollen. Bulungula gehört zu 60% Dave und zu 40% dem Dorf, das heisst, sie haben 40% Gewinnbeteiligung, aber Dave besitzt und leitet das Backpackers, und trifft alle Entscheidungen. Wir wollen dass dieses Projekt zu 100% dem Dorf gehört, was aber bedeuten würde, dass sie im Grunde genommen für den Bau der Lodge und der anderen Projekte zuständig sind - bloss will keiner aufstehen und die Verantwortung oder eine Führungsrolle übernehmen. Wir überlassen es jetzt dem Dorf, welchen Weg sie wählen wollen, und falls sie lieber einfach Jobs möchten, die augenblicklich Geld abwerfen, aber uns das Projekt leiten lassen wollen - bitte sehr. Aber dann werden wir auch etwas daran verdienen. Es ist ein bisschen frustrierend, gratis zu arbeiten um etwas aufzubauen, das zu 100% dem Dorf gehören soll, und die Dörfler sitzen nebendran und sagen, na Leute warum geht das nicht schneller. Aber jetzt wo wir Babalwa als Übersetzerin haben, könne wir all das endlich ausdiskutieren. Am letzten Meeting waren nicht alle Dorfleute zugegen, und so wurde das Meeting - wieder einmal - vertagt. Das nächste Meeting ist morgen, und ich bin ja schon gespannt, was da rauskommt ... wir hoffen immer noch, dass sie die 100% nehmen und anfangen, selber für das Projekt zu arbeiten. Andererseits müssen wir ein bisschen umstrukturieren ... wir werden sehen.


Dorfmeeting auf dem Hügel

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